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Die Erfolgsgeschichte von Tirol-Wool

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Tiroler Schafwolle ist so begehrt wie nie zuvor. Warum das so ist, was die Tiroler Bergrettung damit am Hut hat und wieso ich unbedingt eine neue Winterjacke brauche, lest ihr hier.

Hopfgarten im Defereggental in Osttirol. Ein Bergbauernhof mit angrenzendem Gasthaus, umgeben von steilen Wiesen. Peter, der Sohn des Hauses kommt aus der Schule heim. Am Hof gibt es Schafe. Eines davon läuft ihm entgegen. Es ist sein Lieblingsschaf und verhält sich beinahe wie ein Hund. Er streichelt es liebevoll, bevor er zum Händewaschen geht, sich umzieht und im elterlichen Gastbetrieb servieren hilft.

Auf dem Hof lebt Peter schon lange nicht mehr. Heute ist er Geschäftsführer und Ausbildungsleiter der Bergrettung Tirol. Die Liebe zur Natur und zu den Schafen ist Peter Veider aber geblieben. Das Alpintalent begann vor Jahren, sich für eine wertvolle Verarbeitung der Tiroler Schafwolle in der Bekleidung einzusetzen, um so die Tiroler Schafbauern zu fördern.

Vorteile der Tiroler Schafwolle bestätigt

Wenn ich an Schafwolle denke, fallen mir dicke, auf der Haut kratzende Pullover ein, selbstgestrickt von meiner Oma. So wird die Wolle von Tiroler Bergschafen heute kaum mehr verarbeitet. Sondern ganz anders, als ich gedacht hätte. Die grobfasrige Tiroler Wolle eignet sich zwar nicht (mehr) für das Tragen direkt auf der Haut wie beispielsweise Merinowolle, aber hervorragend als Füllmaterial von Funktionskleidung. Das wollte Peter Veider mit einer Studie beweisen.

Zusammen mit seiner Tochter und dem Technolgiezentrum für Ski- und Alpinsport an der Universität Innsbruck ist es gelungen, die Vorteile der Tiroler Schafwolle wissenschaftlich nachzuweisen. An 60 Probanden wurde in einer Klimakammer getestet, welchen extremen Wetterbedingungen die mit Tiroler Schafwolle gefüllten Jacken standhalten. Mit Extremsituationen kennt sich der Geschäftsführer der Bergrettung aus. Die Rettungseinsätze müssen schnell erfolgen, wenn Leben gerettet werden soll. Egal, wie kalt, nass oder windig es gerade in den schwindeligen Höhen ist.

Das Ergebnis des Versuches in der Klimakammer war mehr als befriedigend: Tiroler Wolle ist atmungsaktiv, temperaturregelnd, isolationsfähig und außergewöhnlich warmhaltend, sogar im nassen Zustand. Zudem ist sie tier- und umweltfreundlich, nachhaltig und natürlich, ganz im Gegensatz zu Daunen oder Plastik als Füllmaterial. Das Ergebnis der Studie war nicht überraschend. Es ist bekannt, dass die Wolle die Tiere auch auf 2.000 Meter vor Wind, Wetter und Nässe schützen. Warum nicht auch uns Menschen?

Salewa als Partner

Die Idee von Peter Veider als Geschäftsfüher der Tiroler Bergrettung, seine 4.500 Mitarbeiter mit Tiroler Schafwolle gefüllter Funktionskleidung auszustatten, hatte trotzdem einen langen Atem. Die Kleidung sollte nicht nur im Land hergestellt werden, sondern auch farbenfroh und modern sein. Die durchwegs jungen ehrenamtlichen Bergretter sollen sich mit der hochwertigen Funktions-Kleidung identizifieren können und sich dem Verein dadurch noch mehr verbunden fühlen.
Tiroler Hersteller gab es keinen, deshalb suchte Peter Veider im naheliegenden Südtirol. In Bozen fand er die Firma Salewa. Firmenbesitzer Heiner Oberrauch hat Tiroler Wurzeln, seine Mutter ist Innsbruckerin. Heiner Oberrauch war bereit, eine Serie mit Tiroler Schafwolle gefüllten Jacken für die Bergrettung herzustellen. So wurde die Marke „Tirolwool“ geboren. Inzwischen hat sich die natürliche und nachhaltige Wollfüllung gegen die Plastikfüllung, die bis dato üblich war, durchgesetzt. Die Firma Salewa befüllt keine Funktionskleidung mehr mit Plastik, sondern nur mehr mit „Tirolwool“. Wenn das kein Erfolg ist!


BlogTirol, Christina Schwemberger
www.blog.tirol/author/chris...

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